Nachts in Valencia

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Nach den Eindrücken im Grüngürtel der Stadt mit den imponierenden Bauwerken, wie Monika das in ihrem Kommentar so treffend nannte, des Zauberarchitekten Santiago Calatrava, haben wir die Szenerie auch mal spätabends auf uns wirken lassen und keine Frage, der Architekt hat gezaubert. Mit farbigen Beleuchtungsakzenten wirken die Gebäude ob einzeln oder in ihrer Gesamtheit noch surrealer. Lediglich der Marinepark (Muschel) ist wegen Bauarbeiten eingerüstet und daher unbeleuchtet.

Es fällt schwer, dies zu beschreiben; je nach Standort eröffnen sich immer neue phantastische Perspektiven. Das muss man gesehen haben und die Eindrücke auf sich wirken lassen. Hier scheinen die Grenzen der Physik verschoben oder bis auf das Letzte ausgereizt, einige Dächer sind vermutlich mit „Siemens Lufthaken“ befestigt, anders ist nicht zu erklären, wie das hält.

Wir sind uns sicher, dass bei diesen Bauwerken der eine oder andere Statiker verschlissen wurde und der Skipper ist mehr denn je davon überzeugt, dass es sich bei dem angeblichen Opernhaus um ein Raumschiff handelt – kurz vor dem Start. Beim Skipper klingt seitdem die Titelmusik zu „Raumschiff Orion“ als Wurm im Ohr.

Das alte Bett des Turia ist bei Nacht voll belebt, Jogger und Radfahrer nutzen die kühlere Zeit, die Spielplätze sind voller Kinder, komplette Familien picknicken im Dunkeln. Schmuddelecken und lichtscheue Gestalten sind uns jedenfalls nicht aufgefallen. Das Verbrechen tobt am helllichten Tag. Getreu dem Motto: „Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen, lächelten wir und waren froh und es kam schlimmer!“, denn unsere Fahrräder sind gestohlen worden. Dem Täter wünschen wir rufschädigende Krankheiten, möglichst viele Stürze und sonstige Katastrophen an den Hals. Natürlich waren die Räder abgeschlossen und aneinander gekettet und trotzdem sind sie weg, eine Abwesenheit von ca. 40 Minuten in der Innenstadt hat dem Täter gereicht. Wir haben einen richtig dicken Hals. Eine andere mögliche Erklärung wäre noch, dass die Räder in der Mittagshitze einfach verdunstet sind. Diese Variante ist uns sympathischer, als wenn sie uns ganz profan einfach nur gestohlen worden wären. Aufmerksam beobachten wir die spanischen Kaufbörsen im Internet nun ganz genau. Der Skipper vermutet, dass es sich hier wie in Deutschland verhält, da kann man ja auch oftmals im Internet kaufen, was einem in der Woche zuvor gestohlen wurde. Wir brauchen jedenfalls Ersatz, sonst latschen wir uns die Sohlen durch. In der Zwischenzeit vertiefen wir unsere Kenntnisse im Bereich ÖPNV – sie trumpfen haushoch im Vergleich zu deutschen Verkehrsmitteln: Metro, Bus, Straßenbahn – alle mit Klimaanlage, die auch über 30° immer funktioniert, fast immer ein freier Sitzplatz, kein Graffiti, kein Gegröle, kein Anpöbeln, kurze Wartezeiten und bisher immer pünktlich mit einer hohen Taktfolge. So fährt z.B. ein Bus, der uns in die Stadt bringt vor dem Hafen alle 11 Minuten ab. Brauchen wir wirklich neue Räder?

 

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