Essen und Trinken

Von mmmhh lecker bis igitt!!!

Gemüse

 

Tajine (Juni 2018)

Gerichte aus der Tajine haben wir bei unserem Ausflug nach Marokko kennen und schätzen gelernt, denn das Abendessen im Hotel wurde darin gekocht und serviert. Speisen, die in der Tajine gekocht werden, erinnern vom Geschmack her an die Zubereitung im guten alten  Römertopf. Wir genießen darin gerne Zubereitungen mit Hühnchen oder Fisch zusammen mit Gemüse, nichts verkocht, trotz sonst unterschiedlicher Garzeiten der Zutaten. Aber aufpassen, innen und außen lackierte und glasierte Tajinen sind oft nur Dekostücke zum stylischen Servieren gedacht. Bei den zum Kochen geeigneten Tajinen ist zumindest der Aufsatz innen unglasiert. Details dazu und Kochrezepte findet man bei Interesse zuhauf im Netz.

One-Pot-Pasta (Juni 2018)

Auf der Suche nach einem Pasta Rezept mit Artischocken sind wir beim Googeln auf einen Blog zum Thema One-Pot-Pasta gestoßen und haben schon mehrere Gerichte probe gegessen. Überraschend einfach und obendrein lecker. Da auf Yachten manchmal die Zeit für aufwendige Essenszubereitungen fehlt (nach einem langen Segeltag /oder unterwegs) und wegen der eingeschränkten Energieressourcen, ist diese Kochmethode eine echte Alternative.

Die Zubereitung des Gerichts beträgt nicht mehr als maximal 15 Minuten (Kochzeitlänge der Nudeln). Ungewöhnlich ist, dass alle Zutaten und auch die rohen Pasta zusammen in einen Topf gegeben und kalt aufgesetzt werden. Regelmäßig umrühren und fertig. Wir haben das im Blog vorgestellte Pastagericht mit Artischocken ausprobiert, einfach nur mmmmh..

Bei Interesse findet ihr im Netz Rezepte und Yo-Tube-Filme. Einfach mal ausprobieren.

Nachschlag? (Februar 2018)

Nein, Danke! Ein Spaziergang entlang der Küste führt uns nach Oerias mit seinem Yachthafen. Es gibt da immer interessante Sachen zu sehen und die unterschiedlichsten Schiffe zu bestaunen. Durch den strammen Spaziergang an der frischen Luft stellt er sich schon bald ein und läßt sich nicht mehr ignorieren: schrecklicher Hunger. 

Ein kleines Lokal in der Marina, windgeschützt in der Sonne, wirbt mit einem kleinen Mittagessen, Dorade à Portuguesa und Frango à Bras. Also Fisch und Huhn, da kann eigentlich nichts schief gehen. Unsere Skepsis gegenüber der portugiesischen Küche beiseite schiebend nehmen wir erwartungsfroh Platz und beschließen den einheimischen Gerichten noch eine Chance zu geben. Ein schwerer Fehler – blauäugig und ohne zu googeln hat sich der Skipper auf ein halbes Hähnchen mit Pommes gefreut, die Skipperin hat eine gegrillte Dorade mit Gemüsebeilage erwartet. Serviert wurde gesprengtes Huhn, verrührt mit Pommes und Zwiebeln zu einem Durcheinander (Pampe).

Frango á Bras

Der Fisch war dick mit Zwiebelringen belegt und mit Tomaten überbacken dazu Kartoffelecken in roter Soße. Der Blick des Skippers ist mit Worten nicht wiederzugeben. Beide Gerichte waren schon optisch gewöhnungsbedürftig, der Geschmack war nun ja, wie Pampe eben so schmeckt. Die zuvor gereichte Tagessuppe, eine cremige Bohnensuppe mit dreierlei Bohnen, hätte jede Krankenhausküche als salzarme Diätkost bereichern können. Wir wollen aber dem Chefkoch gegenüber nicht unfair sein; das Lokal war gut gefüllt und die anderen Gäste, überwiegend Einheimische schienen beide Gerichte mit Genuss zu verzehren. Offensichtlich ist unser Geschmacksempfinden nicht mit der hiesigen Küche kompatibel. In der letzten Woche hatten wir Besuch von einem Segler, der sich für unseren Schiffstyp interessiert, er wohnt seit 10 Jahren hier in Cascais und bereitet sich nun auf den Ruhestand mit Segelyacht vor. Bei einem Gang durch den Hafen ist er auf unser Schiff aufmerksam geworden und hat um eine Besichtigung gebeten. Zum Abschluss seines Besuchs haben wir ihn nach einer Empfehlung für eine typische und schmackhafte portugiesische Gaststätte gefragt, er musste lange überlegen und konnte lediglich zwei Lokalitäten benennen, eins im Nachbarort am Strand , das andere in den Bergen! Wir überlegen noch, ob wir es wagen sollen. Auf jeden Fall werden wir uns vorher besser informieren. Speisekarten mit Fotos der Gerichte, die wir bisher als Touri-Kram abgetan haben, sind deutlich in unserem Ansehen gestiegen.

Die portugiesische Küche (Dezember 2017)

Die Geheimnisse der portugiesischen Küche erschließen sich uns wie die portugiesische Sprache nur sehr schwer. Wir sind von ihr bislang nur verhalten begeistert. Hier in Cascais wirbt nur eine Hand voll Lokale mit traditioneller portugiesischer Küche. Ansonsten findet man von Sushi bis Döner und von Pizza und Pommes bis hin zum obligatorischen Hähnchengrill á la Wienerwald (Jardim de Frango) auch alle Spielarten der „Burgerkunst“. Sehr beliebt sind auch im Ganzen gebratene Spanferkel, die dann in Stücke gehackt mit einem Brötchen an speziellen Ständen zum Mitnehmen oder Sofortessen gekauft werden können – sie haben Ähnlichkeit mit unseren Pommes-Buden, die gibt es hier jedoch nicht- nicht mal einen Bratwurststand.

Für den kleinen Hunger zwischendurch – ganzes Spanferkel auf Toast

Uns sind von einem früheren Madeira-Urlaub noch die leckeren Fisch- und Fleischspieße in Erinnerung, doch möchte man hier so etwas essen, muss man vorbestellen. Allgegenwärtig sind Gerichte mit Bacalhau (gesalzener und getrockneter Kabeljau) der nach dem Einweichen in allen denkbaren Varianten zubereitet und wohl auch häufig gegessen wird. Die Trockenfische liegen offen und unverpackt in den Regalen der Geschäfte und Supermärkte. Beim Betreten der Läden sticht uns sein etwas unangenehmer Geruch penetrant in die Nase.

Viele Leute essen ihn als Snack (Bolinhos de Bacalhau) zwischendurch wie bei uns die Fischfrikadelle oder mittags als Auflauf mit Kartoffeln und mit Käse überbacken. Selbstverständlich wird man davon gut satt und er ist vermutlich auch sehr gesund, ein Hit ist das aber nicht.

Pasteis de Bacalhau

Darüber hinaus wird eine große Vielfalt an Frischfisch und alle Arten von Meeresfrüchten angeboten. Bei einigen bedarf es doch einiger Phantasie, Mut oder Experimentierfreude, um Genuss daran zu finden. (Pulpo gehört nicht dazu, meint die Skipperin.)

Im Restaurant werden diese frittiert, gegrillt oder gekocht und ohne Schnickschnack serviert. Insgesamt fehlt es der Küche an Pfiff oder und erscheint uns etwas langweilig. Definitiv wenig was Gaumen und Zunge schmeichelt oder die Geschmacksnerven herausfordert.
Die von uns in Spanien so geliebten Tapas sind hier weitgehend unbekannt. Bei einem unserer letzten Besuche in einem normalpreisigen von Einheimischen betriebenen Lokal sind zum Fleischgericht (als Hauptgang) Kartoffel-Chips serviert worden. Das ist schon gelinde gesagt gewöhnungsbedürftig. Diese Unsitte greift aber immer weiter um sich, wie wir beobachten konnten. Auffällig ist, dass nur sehr zurückhaltend oder gar nicht gesalzen wird. Pommes werden ohne Salz serviert, selbst das Brot schmeckt so ohne Salz im Teig doch etwas flach. Andere Gewürze oder Knoblauch sind hier weitestgehend unbekannt und kommen selten zum Einsatz. Ausnahme ist hier und da ein Stäubchen Piri-Piri (ähnlich dem Paprikapulver).
Insgesamt ist da ist noch Luft nach oben!
Dagegen sind die Süßwaren ganz oben beim Süßegrad einzustufen. Pasteis de Nata (Puddingtörtchen) oder Mil Folhas (Blätterteig mit Mandeln) sind sehr lecker, aber sehr sehr süß!
Jetzt in der Weihnachtszeit werden überall Bolas Rei, Hefeteigkränze mit Unmengen kandierter Früchte drin und drauf verkauft. Nicht unser Geschmack, von den Einheimischen aber sehr geschätzt.

Bolo Rei – Weihnachtskranz


 

Tapas – machen mich noch fertig (19. Oktober 2017)

Tapas sind kleine Appetithäppchen, die hier in Spanien in Bars oder Cafés zum Bier oder Wein gereicht werden. Da gibt es die unterschiedlichsten Kreationen, von einfach wie Oliven pur oder Gebäck, die kostenlos zum bestellten Getränk dazu gereicht werden, 

Standardgedeck

bis hin zu ausgefallenen Küchenkreationen, die man aus der Karte extra bestellt.

Gerade sogenannte Tapas-Bars bieten vom Geschmack her eine 5 Sterne Küche, wobei sich vor dem Besuch eine Reservierung empfiehlt.

Viele Kleinigkeiten stammen aus dem Meer und werden fritiert oder mit Öl-Essig-Dressing serviert. Die Gewürze beschränken sich auf grobes Meersalz und Pimentos, (Paprikapulver), Knoblauch wird nicht verwendet.

 Ein Körbchen frisches Brot gehört wie in Frankreich immer dazu. So gut wie allen gemein ist, dass sie nicht nur sehr lecker schmecken, sondern auch sehr nahrhaft sind. Daher bildet sich schnell „Hüftgold“ und wenn man nicht aufpasst, sitzt man plötzlich ziemlich stramm im Fell.
Wir achten beim Besuch von Tapas-Bars daher vermehrt auf einen hohen Fischanteil bei den Knabbereien.

Fischli

 

Leckere Krebsscheren aus der Bretagne (5. September 2017)

Krebsscheren aus der Bretagne

Wie isst man Krebsscheren? – Mit Hammer und Meißel!
Die Krebsscheren werden zunächst in Wasser gekocht. Das schmackhafte Muskelfleisch ist voll gepanzert. Bei Krebsen dieser Größe ist ein auseinander brechen mit den Händen nicht möglich, da muss man schon grobe Gewalt mit dem Hammer anwenden. Die Schalen sind mehrere Millimeter dick und erinnern an Porzellan oder Steingut. Dafür ist das Fleisch um so weicher und zerfällt in kleine Segmente wie bei Zitrusfrüchten. Wir haben es mit einer leckeren Aoli-Soße dazu Baguette und einem Glas Wein genossen.

Rohe Gewalt

Miesmuschel Essen in Zeebrügge (15. August 2017)

In Zeebrügge sind wir nur auf der Durchreise. Wir sind erst morgens um 7 im Hafen eingelaufen und haben nach ein paar Mützen Schlaf Lust auf Landgang.
Der Ort ist etwas spröde und erschließt sich erst auf den zweiten Blick. Bemerkenswert ist die Anzahl der Fischrestaurants. Da sind wir dabei, auch wenn der Skipper eher auf MehrSchwein steht. Doch bei Miesmuscheln macht er schon mal eine Ausnahme.

The Boathouse
Tageskarte

Das kleine Boathouse in zweiter Reihe des Hafens lockt auf seiner Tageskarte mit leckeren Miesmuscheln. Kurz entschlossen kehren wir ein. Der Familienbetrieb bringt die Fänge der Fischer direkt auf den Teller.
So schlemmen wir richtig „schweineleckere“ (Lob des Skippers) Muscheln.

Mosselen Room

16. April 2017

Im Paradies
Zum Abschluss unserer Urlaubstage an der Ardeche sind wir im Paradies gelandet. Und das kam so: Ab und zu gönnen wir uns ein nettes Abendessen in einem guten Restaurant. Es ist dabei oft gar nicht so einfach, ein solches zu finden. Besonders in Orten mit deutlich touristischer Ausrichtung überwiegen Pommes, Pizza und Kebab auf den Speisekarten der Lokale. Also schlendern wir durch die kleinen Nebengässchen, die nicht so aufgehübscht sind – so auch in Vallon-Pont-D’Arc. Ein kleines Schild weist auf den Jardin D’Eden, das macht uns neugierig, wenn auch die sparsame Straßenbeleuchtung eher Vorsicht walten lassen sollte. Doch bald schon stehen wir davor – das Restaurant wirkt ungewöhnlich einladend. Ein kleines ehemaliges Dorfkino ist mit pfiffigen Accessoires zum Speiseraum umgebaut worden. Vom Eingang wird der Blick sofort in einen kleinen üppig grünen Innenhof gelenkt. Die Speisekarte ist ansprechend übersichtlich, das bedeutet meist, dass alles frisch zubereitet wird. Wir bestellen ein komplettes Menü und sind schlichtweg begeistert. Das junge Kochteam hat ganze Arbeit geleistet. Das Servicepersonal war frisch und natürlich. Die Preise ausgesprochen angenehm. Bleibt zu hoffen, dass sich das kleine Team in Zukunft behaupten kann. Wir würden unbedingt wieder dort essen gehen. Bestimmt ist der eine oder andere jetzt neugierig geworden!
Jardin D’Eden, 185 tue Henri barbusse, Vallon-Pont-D’Arc