Cartagena

Auf Cartagena haben wir uns nach den einsamen Tagen in der Ankerbucht richtig gefreut. Die Marina liegt in einer riesigen geschützten Bucht, die schon seit Urzeiten als natürlicher Hafen für Handelsschiffe aber auch für die Kriegsflotten der jeweiligen Machthaber gedient hat. Überall sieht man die Zeugen der vergangenen Epochen. Burgruinen, Theater, Amphitheater Grab- und Kultstätte aus römischer und phönizischer Zeit stehen zur Besichtigung bereit.

Auf den archäologische Grabungsfeldern mitten in der Stadt werden auch heute noch spektakuläre Funde gemacht, das Ende der Grabungen ist nicht absehbar. Direkt neben dem Eingang zu unserer Marina befindet das Museo Nacional de Arqueologia Subacuàtica, das mit den ausgestellten Artefakten von der Geschichte des Schiffsbaus bis hin zur Unterwasserarchäologie informiert.

Der Fernhandel vom Altertum bis heute wird überwiegend per Schiff abgewickelt. Noch immer warten gesunkene Schiffe auf ihre Entdeckung, ihre Ladung gibt Aufschluss über die verzweigten Handelsrouten. Wir teilen uns die Erkundung der Altertümer angesichts der Hitze ein, dazwischen kommt uns die gemütliche Innenstadt gerade recht.

Mit Eisdielen, Cafés und Restaurants lädt sie zum Flanieren ein. Straßen und Plätze sind Palmen gesäumt, die mächtigen „Gummibäume“, die hier zu wahren Giganten werden, spenden reichlich kühlen und lichten Schatten.

Hier kann man bei einem Kaffee oder einem kalten Bier schön verweilen und sich runterkühlen.

Neben den offiziellen Sehenswürdigkeiten haben wir abseits der offiziellen Routen wieder interessante Entdeckungen gemacht. Seit Faro wandeln wir quasi auf den Spuren des unbekannten Kabelkünstlers im Bereich der Hausanschlüsse und Elektrizität. Er war wohl auch in Cartagena tätig, man sieht die Spuren seiner Kunst an etlichen Fassaden. Neben Zeugnissen der bekannten Flecht- und Knüpfkunst, sieht man hier eine spannende Weiterentwicklung der Anschlüsse in Richtung Vogelnestdesign.

Hausanschluss im Vogelnestdesign

Auf der Suche nach einem Restaurant in dritter Reihe sind wir Zeugen einer japanischen Innovation des Jahrhunderts geworden, einfach nur genial, hätte man auch selbst drauf kommen können. Ein Sushi-Lokal hat uns sprachlos gemacht. Wer hat nicht schon mal verzweifelt versucht Tapeten anzukleben, so dass diese gerade, ohne Beulen und auf Stoß sitzen. Gar nicht so einfach, gerade wenn die Wand nicht eben ist. Dabei kann die Sache mit dem Kleister eine Kunst für sich sein; und wenn man nicht aufpasst, endet alles schnell in einer großen „Sauerei“. Hier nun die japanische Alternative:

Die Tapetenbahnen werden einfach angeschraubt. Die gute alte Spaxschraube macht es möglich. Kein Grundieren, kein Tapetenabkratzen, keine Schweinerei mit dem Kleister, Spaxschrauben und einem Akkubohrer mehr braucht man nicht, das Leben kann so einfach sein. Cartagena war auf unserer Spanienliste ganz oben, wir haben es nicht bereut, ihr eine ganze Woche gewidmet zu haben. Durch abwechslungsreiche Begegnungen mit den Hinterlassenschaften alter und neuer Zivilisationen hat uns diese Stadt immer wieder neu inspiriert. Doch nun ist genug geguckt – gelaufen – und vor allem geschwitzt. Morgen legen wir ab – segeln – ankern – schwimmen -abkühlen. 

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