Feste feiern

Die heiße Karnevalszeit beginnt hier Ende Februar mit der Mascleta vertical = einem fulminanten Feuerwerk und endet am 19. März mit der Crema = feierliche Verbrennung der Großfiguren. Dazu laden zahlreiche Umzüge angeführt von den Falleras (Frauen in der typischen kostbaren Tracht Valencias) und tägliches Feuerwerk, immer um 14 Uhr auf dem Rathausplatz, zum Mitmachen und Zuschauen ein. Zentrale Elemente der Festivitäten sind Großfiguren, die nach einem Motto von den Fallas-Vereinen der Stadtteile gebaut werden. Die Ninots werden 14 Tage lang im Museum ausgestellt und die Besucher wählen ihren Favoriten aus.

Anschließend werden die Figuren an zentralen Plätzen in der Stadt aufgebaut. Die Fallas enden mit der spektakulären Verbrennung der „Pappkameraden“, nur der ausgewählte Favorit wird verschont und auf Dauer im Museum ausgestellt. Das Auftaktfeuerwerk haben wir genialerweise aus der ersten Reihe auf dem Boot zusammen mit unseren Freunden, die aus Deutschland zu Besuch waren, genießen können.

Mascleta vertical

Am letzten Samstag hat uns einer der Umzüge ins Zentrum gelockt und wir sind mitten in den letzten Startvorbereitungen gelandet – die hübschen Falleras in ihren festlichen Trachten machen richtig was her. 

Wir beide waren in Deutschland keine Karnevalisten, aber so wie hier gefeiert wird, könnte man noch einer werden. Die Umzüge haben Niveau, sind bunt, es wird gelacht, die Stimmung ist fröhlich bis ausgelassen und könnte nicht besser sein. Kinder stehen im Mittelpunkt und spielen die Hauptfiguren auf den Wagen und in den Fußgruppen.

Das diesjährige Thema „Schutz der Umwelt und bedrohter Tiere“ wird fantasievoll aufgegriffen und umgesetzt. Über zwei Stunden sind die Akteure in phantasievollen Kostümen an uns vorbeigezogen, sorgfältig sind auch die kleinsten Darsteller geschminkt und zurecht gemacht. Süßigkeiten oder gar kleine Schnapsflaschen, wie das bei den deutschen Karnevalsumzügen zur Unsitte geworden ist, werden nicht verteilt. Überhaupt ist wie beim Umzug in Chinatown die Abwesenheit von Alkohol auffällig. Nirgendwo wird man angepöbelt, es gibt keine Aggressionen und keine Alkoholleichen. Ein echtes Fest für die ganze Familie. 

Inzwischen steigen die Temperaturen und das Kribbeln ist wieder da – Neugier auf neue Ziele – Lust auf mehr Meer. Wir gehen daran, die Weiterreise zu planen, die neuen Seekarten für Frankreich und Italien sind geordert. Ganz besonders freuen wir uns die nächsten Etappen zusammen mit der Segelyacht Unisax als kleine Flottille zu segeln, zuvor stehen aber noch einige „Planungssitzungen“ mit lecker Essen und Vino Tinto an. Auch ist die To-Do-Liste noch lang, einige Wartungs-, Installations-, und Reparaturarbeiten sind zu erledigen.

Die Skipperin muss diverse Nähte an der Cockpitpersenning nach nähen und zwei angelaufene Kunststoffscheiben austauschen, hört sich simpel an, doch die gute alte Pfaff kommt echt an ihre Grenzen. Der Skipper schmust mal wieder mit dem Diesel und montiert das letzte Solarpaneel sturmsicher auf dem Geräteträger – auch so eine Aktion, die nicht mal eben schnell gemacht ist. Alles fängt damit an, eine Leiter zu besorgen…

Ende März haben wir einen Werfttermin, dann wird Columbia gebauchpinselt  (Aufbringen des Antifoulings) und bekommt neue Opferanoden. Sehnsüchtig erwarten wir Mitte April lieben Besuch aus der Heimat. Nach Ostern werden wir dann ablegen. Ohne uns festzulegen, planen wir z.Zt. entlang der französischen Küste zu segeln um den Sommer in Korsika/Sardinien zu verbringen. Für die nächste Winterpause haben wir Rom ins Auge gefasst. So sitzen wir abends an den Hafenhandbüchern, Revierführern und Seekarten, sichten Ankerbuchten und Häfen, immerhin haben wir ca. 1500 sm vor dem Bug. Wir freuen uns sehr, wenn es wieder losgeht und werden wohl Valencia mit nicht nur einem weinenden Auge verlassen. Viele liebe Freunde sind uns ans Herz gewachsen und müssen zurückbleiben. Valencia ist eine ganz besondere und tolle Stadt mit viel Flair und Lebensqualität. Wir sind wirklich gerne hier und werden bis zur Weiterreise noch jeden Tag genießen.

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